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Snobs

11. September 2010 by Christiane

Hi ihr,

Tag 1 in Changchun. Hier werde ich die nächsten 6 Wochen versuchen, meine Kenntnisse des Manarin zu erweiteren.

Der Flug selbst war spitze! Ich musste nicht mit den nervigen anderen Mitstudenten zusammen sitzen, von denen ich jetzt schon weiß, dass Sie mir auf den Sa** gehen. Und auch sonst hat alles gepasst. Beinfreiheit, schön ruhig und gutes Essen.

Warum „nervige Mitstudenten“? Naja, das erklärt sich aus der nächsten Kurzgeschichte von ganz alleine…

Also irgendwann,  nachdem wir vom Flughafen abgeholt wurden, kamen wir dann auf dem Campus in unserer Behausung an. Nettes kleines Studentenzimmer, 1,5 Zimmer zwei Betten (schön harte Matraze, juhuu) und ein Bad. Internet hat leider immer nur derjenige, der das LAN Kabel in die Buchse steckt, aber das ist ja halb so wild.

Da wir ja nichts zu Essen hatten, gingen wir in den „Supermarkt“ im Gebäude der Mensa. In Anführungszeichen, da naja…er hatte halt keine richtigen Wände, sonder war, ähnlich wie unser Garten daheim mit einer grünen Folie abgegrenzt.

Wie geht T. einkaufen? Da man ja wirklich überhaupt nix von den Produkten versteht (ihr müsst euch das so vorstellen…ihr könnt die Verpackungen einer bestimmten Produktkategorie zuordnen, einige der Schriftzeichen lesen, aber dadurch, dass ihr die Wörter, die diese Schriftzeichen bilden, nicht kennt und dass die verrücktesten Farben für das Verpackungsdesign gewählt werden, steht man ein bisschen doof da)

Was solls! Dann guckt man halt, was gut sein KÖNNTE. Auf Verdacht kaufen ist doch eh viel spannender…da hat man noch den „Weihnachtsbaumeffekt“!!!

Ich marschiere durch und wähle 2 Arten von Chips und ein Snickers, da ich mir denke, „Ach, die gehen doch immer und wenn du hungrig bist, dann machen die’s erstmal!“ Ebenfalls wichtig, Wasser – da hab ich jetzt irgend so einen ich schätze mal 2,5 l Humpen, der von der Verpackung her ausschaut, als ob er destilliertes Wasser beinhaltet. Gut schmeckt’s!

Und zu guter Letzt…naja, ich will ja noch etwas Ordentliches essen und mein Auge fällt auf Konservenfisch mit Tomate…yummy…blöd nur, dass man für diesen einen Dosenöffner benötigt. Also steige ich auf die rechts dazu gelegene Konserve um, die irgendeine Art von Fisch (ich bin mir zu 99% sicher, dass es Thunfisch sein soll) abbildet und dazu noch eine feurige Jalapeno, dafür aber mit Öffner. Alles was ich dazu noch brauche ist Brot. Eingepackt, losmarschiert.

Keinen Ton von der Verkäuferin beim Abkassieren verstanden, deshalb den Preis von der Kasse abgelesen…26,60 yuan – ca. 3 Euro für 2 Packungen Chips, 1 Snickers, Wasser, Brot und Konservenfisch…sehr fair.

Nun der Vergleich, was die anderen Studenten gekauft haben: Wasser. Sonst nix – weil (Anm. d. Red.: in einer pipsigen und verachtenden Stimme bitte ab hier weiterlesen) „das Andere schaut ja so eklig aus und ich weiß gar nicht was drinnen ist!!!“ – Blödel!!! Denken, rumdrehen und nach Hause gehen.

Nun bin ich seit einer Stunde wach, habe erstmal meine nach goldgebräunter Ente schmeckenden Chips gezückt, da ich mir denke, Weltjournalisten müssen in Krisengebieten und zu unmenschlichen Zeiten immer wieder auf Junkfood zurückgreifen…

Ortszeit 9.04 Uhr, um 10.30 werden wir abgeholt und dann entdecken wir glaube ich den Campus. Wie gesagt der „Weihnachtsbaumeffekt“ bleibt bestehen.

Das war guten Morgen China aus Changchun, mein Name ist T.

Auf Wiedersehen.


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